Schwarzes Gold – aber für wen?

Millionen Menschen weltweit leben vom Kaffeeanbau. Kaffee wird jedoch fast ausschließlich zu Exportzwecken angebaut, weshalb sich die regionale Vermarktung nicht lohnt. Die Preise für Kaffee unterliegen allerdings stark den Schwankungen des Weltmarktes, was eine finanzielle Planungssicherheit für die Kaffeebauern nahezu unmöglich macht. Kaffee ist zudem eine höchst sensible Nutzpflanze, der klimatische Unregelmäßigkeiten und Schädlinge schnell zusetzen können. Die Landbevölkerung in den Produzentenländern der Berliner Bohne lebt oft in abgeschiedenen Gegenden mit fehlender Infrastruktur, unzureichenden Bildungschancen und schlechten landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Landbevölkerung in Lateinamerika von Indigenen gestellt wird, die neben räumlicher Isolation mit sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung zu kämpfen haben.
Vielerorts sind durch diese wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Risikofaktoren Ungleichheiten entstanden, die sich zu einem strukturellen Nachteil für die Landbevölkerung verdichtet haben. Die solidarische Ökonomie setzt an allen drei Ebenen an und bietet so wertvolle Perspektiven.
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